Rund um die Börse

Schwarz-Gelb beflügelt DAX

Die Bundestagswahlen und der Sieg von Schwarz-Gelb beflügeln den deutschen Aktienmarkt. Allerdings gilt immer noch die alte Börsenweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben.

Rentenmärkte

Nach einem festeren Start präsentiert sich der deutsche Anleihemarkt uneinheitlich. Der Euro-Bund-Future hat die Hälfte seiner Zugewinne bereits wieder abgegeben, notierte aber 13 Basispunkte fester bei 121,61%. Dagegen sinkt der Bobl-Future um 3 Basispunkte auf 115,42%.

Der US-Anleihemarkt profitierte am Freitag von erneut aufkeimenden Konjunkturängsten. Schuld daran waren enttäuschende Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Güter. Sie ließen Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft aufkommen. Auch die Daten zu den Neubauverkäufen fielen enttäuschend aus.

Wohin geht der DAX?

Am Montagmorgen hat der Regierungswechsel den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Der DAX startet mit einem Plus von 0,9% auf 5.631 Zähler in die neue Handelswoche.

Die Bundestagswahl habe für positive Impulse gesorgt, heißt es. Der Wechsel zu einer CDU/FDP-Regierung wird von der Börse freundlich aufgenommen. Das vorläufige Ergebnis dürfte somit eine gute Nachricht für den deutschen Aktienmarkt sein, heißt es. Schwarz-Gelb signalisiert eine unternehmensfreundliche Politik. Allerdings warnen Analysten vor zuviel Euphorie.

Es gilt immer noch, dass politische Börsen kurze Beine haben. Analysten zeigen sich abwartend, ob der DAX die Impulse durch die Wahl über den Tag retten kann. Die deutlichen Verluste an den asiatischen Börsen dürften sich negativ auf den deutschen Aktienmarkt durchschlagen.

Japan

Die Tokioter Börse startete schwach in die neue Handelswoche. Der Nikkei-Index brach um mehr als 2% ein. Zeitweise rutschte der Index unter die Marke von 10.0000 Punkten. Zum Handelsschuss notierte der Nikkei-Index mit einem Minus von 2,5% bei 10.009 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 2,2% auf 902 Punkte nach.

Als Grund für den Kursrutsch wird der starke Yen angeführt. Dieser übe starken Druck auf die Exportwerte aus und verdüstere die Geschäftsperspektiven für die Exportwirtschaft, heißt es.

Gleichzeitig machen sich Sorgen über die wirtschaftliche Erholung und deren Nachhaltigkeit breit. Zwar hätten einige Indikatoren zugelegt, viele von ihnen würden aber immer noch im negativen Bereich verharren.

Wall Street & Co.

Die Anleger richten ihren Blick auf eine Reihe von Konjunkturdaten. Die Aussicht auf eine Wirtschaftserholung wurde zuletzt wieder pessimistischer eingeschätzt und dadurch geriet die Rally ins Stocks. Die Veröffenltichungen der Zahlen zur Wirtschaftsleistung und zum Arbeitsmarkt in den USA werden als wichtigste Termine eingestuft.

Die Börsen gingen angesichts der Hoffnung auf baldige Erholung nach der schweren Rezession auf Höhenflug. In der vergangenen Woche musste der Markt jedoch einen Dämpfer hinnehmen. Auf Wochensicht verlor der Dow Jones 1,6%. Am Freitag ging er mit 9.665 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,2%. Auf Wochensicht ist das der stärkste Rückgang seit Anfang Juli. Die Technologiebörse Nasdaq sankt um 2%.

Bei Anlegern geht die Befürchtung um, dass die Rally auslaufen könnte, wenn die Regierungen aus ihrer Krisenpolitik des billigen Geldes aussteigen. Potential für einen Auftrieb am Aktienmarkt wird von einigen Analysten erwartet: Fondsmanager könnten zum Quartalsende Geld aus den Anleihemärkten abziehen und in Aktien stecken.

Aktientipps von Experten

Energieversorger machen Freudensprünge
Am Montagmorgen schießen die Versorgertitel RWE und Eon künftig nach oben. Mit einem Plus von mehr als 3% zählen sie zu den größten Gewinnern im DAX. Der Grund ist reine Vorfreunde. Denn die Börse setzt darauf, dass die neue Regierung CDU und FDP die Kernkraft so lange nutzen wird, bis genug Öko-Strom aus Wind, Wasser und Sonne produziert wird. Das wäre für die großen Versorger ein Milliardengeschäft. Analysten schätzen, dass die Versorger durch längere Laufzeiten Zusatzerlöse im zwei- bis dreistelligen Milliardenbereich einfahren könnten.

geld-online vom 28.09.2009

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