Das geht aus dem aktuellen Konsumklima-Index der GfK hervor. Die Befragung war jedoch schon Mitte September und somit vor der Zuspitzung der internationalen Finanzkrise abgeschlossen.
Der wieder von den Rekordständen heruntergekommene Ölpreis hat die Stimmung der deutschen Verbraucher aufgehellt. Wie der aktuelle Konsumklima-Index der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt, haben sich sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen leicht verbessert. Auch die Anschaffungsneigung konnte sich von ihrem tiefsten Stand seit 3 Jahren erholen. Der Indikator für Oktober stieg um 0,2 auf 1,8 Punkte.
Finanzkrise: Jahresprognose nach unten korrigiert
Wegen der dramatischen Entwicklung an den Finanzmärkten und der Rezessionsgefahr korrigierte die GfK zugleich ihre Jahresprognose nach unten. In diesem Jahr erwarten die Konsumforscher kein reales Wachstum des Konsums mehr. Die Experten hatten zuletzt noch mit einem Plus von 0,5% beim privaten Konsum gerechnet. Die steigende Rezessionsgefahr im Zuge der verschärften Finanzkrise wird als Grund genannt.
Die Marktforscher hatten ihre Umfrage vor der Zuspitzung der internationalen Finanzkrise Mitte September bereits abgeschlossen. Die Reaktion der Verbraucher auf die Turbulenzen an den weltweiten Börsen konnte daher nicht mehr in das Ergebnis einfließen.
Verbraucher wieder spendabler
Während die Verbraucher zuletzt ausgesprochen zurückhaltend waren, sind sie nun offenbar wieder spendabler. Das sei auf die Hoffnung auf eine geringere Teuerung zurückzuführen. Für sie dürfte die Preisentwicklung Thema Nummer eins bleiben und Effekte am Arbeitsmarkt überlagern, so die GfK.
Auch ihre finanzielle Situation sehen die deutschen Bürger wieder in einem günstigerem Licht. Die Konsumenten schätzen zudem die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands nicht mehr so schlecht ein. Der Teilindikator für die GfK-Konjunkturerwartungen stieg im September auf minus 15,7 von minus 21,8 Punkte an.
Wieder bereit, tiefer in die Tasche zu greifen
Der Befragung zufolge sind die Verbraucher nun wieder eher bereit, für Autos, Möbel und andere große Anschaffungen tiefer in die Tasche zu greifen. Hier verbesserte sich die sogenannte Anschaffungsneigung deutlich von minus 27,9 auf minus 12,8 Punkte. Auch die finanzielle Situation in den kommenden 12 Monaten wird wieder positiver gesehen. Der Teilindikator stieg um 2,7 auf minus 14,1 Punkte.
Stimmung in der Wirtschaft schlechter
Während sich die Stimmung bei den Verbrauchern aufgehellt hat, wird sie in der deutschen Wirtschaft immer schlechter. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im September im Vergleich zum Vormonat von 94,8 auf 92,9 Punkte, teilte das Ifo-Institut mit. Damit sank der wichtige Stimmungsindikator zum vierten Mal in Folge.
Die befragten Manager schätzten die Aussichten für die kommenden 6 Monate noch etwas pessimistischer ein als im Vormonat. Der Teilindikator fiel von 87,0 auf 86,5 Punkte. Ihre aktuelle Lage beurteilten die Firmenlenker deutlich negativer. Die Beurteilung sank von 103,2 Punkten im Vormonat auf 99,8 Punkte im September.
"Der Ifo-Geschäftsklimaindex setzt seinen Abwärtstrend mit Riesenschritten fort", so Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts schlittert die deutsche Wirtschaft wegen der Finanzkrise in eine immer stärkere Abschwungsphase hinein. |