Mittelstand, Branchen

Pilotenstreik: 500 Maschinen starten nicht

Der Streik der Piloten bei den Lufthansa-Töchtern CityLine und Eurowings erreicht heute seinen Höhepunkt. Mehr als 500 Flüge werden ausfallen, zehntausende Passagiere sind betroffen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre Mitglieder kurzfristig dazu aufgerufen, von Dienstag 12 Uhr an bis Mittwoch 24 Uhr die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind sämtliche Flughäfen, die die beiden Linien anfliegen betroffen. Die Lufthansa rechnet angesichts des Pilotenstreiks mit mehr als 500 Flugausfällen in ganz Europa.

Angleichung der Gehälter
Die Piloten wollen mit dem Streik eine Angleichung ihrer Gehälter an jene der Piloten bei der Lufthansa selbst erreichen. Bislang hätten die Arbeitgeber jedoch keine verhandlungsfähigen Angebote vorgelegt, so die Gewerkschaft. Die Warnstreiks seien das "letzte Mittel", um im Tarifkonflikt Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, so die VC. Die Piloten hatten in einer Urabstimmung fast geschlossen für unbefristete Streiks gestimmt.

5,5% mehr Gehalt geboten
Die Lufthansa habe der Gewerkschaft zuletzt eine Lohnerhöhung von insgesamt 5,5% für die Cityline-Piloten bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Deshalb hält sie den 36-Stunden-Streik für nicht gerechtfertigt. Außerdem sollten die Cityline-Flugkapitäne eine Einmalzahlung von 7.000 Euro erhalten, die Co-Piloten eine Zahlung von 5.000 Euro.

Ein ganztägiger Streik der Piloten hatte erst vor 2 Wochen zu mehr als 600 Flugausfällen geführt. Zahlreiche Flüge waren verspätet.

Die beiden Fluggesellschaften Eurowings und Cityline werden vor allem von Geschäftsreisenden genutzt. Sie übernehmen Zubringerflüge zu den großen Lufthansa-Flughäfen und bieten Verbindungen auf Nebenstrecken in Deutschland und Europa an. Cityline beschäftigt 736 Piloten, Eurowings 344.

Betroffene Passagiere können umbuchen
Die Lufthansa bietet betroffenen Passagieren kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Wenn möglich, werde auch auf andere Fluggesellschaften umgebucht, so ein Unternehmenssprecher. "Bei Flugausfällen können unsere Gäste ihre Tickets einfach an den Check-In-Schaltern in Gutscheine für Fahrten mit der Deutschen Bahn eintauschen", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Streiks beim Bodenpersonal möglich
Ver.di will für die rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden und in der Kabine höhere Gehälter durchsetzen. Derzeit läuft nach den gescheiterten Tarifverhandlungen eine Urabstimmung, deren Ergebnis am Freitag bekanntgegeben werden soll. Dann wären auch Streiks beim Kabinen- und Bodenpersonal möglich.

geld-online vom 23.07.2008

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