Mittelstand, Branchen

Cityline streicht 360 Flüge

Passagiere der Lufthansa-Tochter Cityline müssen sich heute erneut auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen.

Wenige Tage nach Ende des Streiks des Kabinenpersonals bei der Lufthansa sind nun die Piloten in den Ausstand getreten. Die mehr als 700 Piloten bei der Lufthansa-Tochter CityLine wurden von der Pilotenvereinigung Cockpit zu einem 36-stündigen Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik hat um Mitternacht begonnen und soll bis morgen andauern. Für den heutigen Tag hat die Lufthansa-Tochter 360 Flüge gestrichen. Vom Streik sollen nach Angaben der Gewerkschaft alle 15 Standorte in Deutschland betroffen sein.

Gescheiterte Tarifverhandlungen
Die Gewerkschaft begründete die Arbeitskampfmaßnahmen mit den gescheiterten Tarifverhandlungen über einen neuen Vergütungstarifvertrag für die Piloten. Die Pilotenvertreter forderten von der Lufthansa, ein verhandlungsfähiges Angebot abzugeben. Bislang sei dies nicht geschehen, deshalb hätten sich 90% der stimmberechtigten Mitglieder in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen.

Mit Unverständnis reagierte die Lufthansa auf den Ausstand der Piloten. Es sei nicht nachvollziehbar, "weshalb die Pilotenvereinigung Cockpit auf Basis des vorliegenden Angebots nicht verhandlungsbereit ist", so ein Lufthansa-Sprecher.

Umbuchung auf andere Flüge oder auf die Bahn
Kunden der Lufthansa können sich weiterhin im Internet (www.lufthansa.com) oder über die kostenlose Servicenummer 0800-8506070 über Ausfälle und Verspätungen informieren. Nach Möglichkeit werden Passagiere auf andere Flüge oder auf die Bahn umgebucht.

Als Nachwirkung des am Samstagmorgen beendeten Streiks des Bodenpersonals gilt voraussichtlich noch bis Freitag ein Sonderflugplan der Lufthansa. Danach fallen täglich 41 Flüge aus.

6% mehr Lohn ist nicht verhandlungsfähig
Die CityLine-Piloten hatten bereits im Mai und im Juli die Arbeit befristet niedergelegt. Die Lufthansa-Töchter CityLine und Eurowings hatten ihren Piloten ein Lohnplus von rund 6% geboten. Cockpit nannte dies "nicht verhandlungsfähig". Die Gewerkschaft fordert für die Piloten der beiden Lufthansa-Töchter Eurowings und Cityline eine Angleichung der Gehälter an die der Lufthansa-Piloten. Derzeit verdienen sie bis zu einem Viertel weniger als ihre Kollegen bei der Konzernmutter Lufthansa.

geld-online vom 07.08.2008

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