Wirtschaft International

Finanzmarktkrise: Börsen weiterhin auf Talfahrt

Trotz internationaler Rettungspakete und Hilfsmaßnahmen der Notenbanken sind die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt.

An den internationalen Börsenplätzen geht die Angst um, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt und es zu einer Rezession kommt. Die Börsenkurse stürzen weltweit ab.

Tokio: Schlimmster Börsencrash seit 1987
Die Kurse in Tokio sind so stark nach unten gekracht wie seit 2 Jahrzehnten nicht mehr. Im Handelsverlauf brach der Nikkei-Index um fast 10% ein. Bis zum Handelsschluss erholte sich der Index wieder leicht auf ein Minus von 9,4% auf 9.203 Punkte.

Die Tokioter Börse erlebte damit ihren schlimmsten Tag seit dem "Schwarzen Montag" im Jahr 1987. Der Nikkei-Index war damals bis zum Handelsschluss um 14,9% gefallen. Angeheizt wurde der Crash zusätzlich durch Berichte über Toyota. Es heißt, dass der Autohersteller seine Gewinnziele verfehlen könnte.

DAX startet tief im Minus
Im Gefolge der negativen Vorgaben aus Asien und den USA geht es zum Handelsstart auch mit den deutschen Aktienkurse deutlich nach unten. Der Leitindex DAX begann den Handel mit einem kräftigen Minus. Der DAX verliert in den ersten Handelsminuten fast 5% auf 5.061 Punkte.

Im weiteren Verlauf fällt das deutsche Börsenbarometer erstmals seit November 2005 unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten.

Fed: Kredite für Unternehmen aller Branchen
Neue Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank Fed konnten die Anleger nicht beruhigen. Die Fed stellte im Kampf gegen die immer bedrohlichere Kreditklemme eine Zinssenkung in Aussicht. Außerdem will sie Unternehmen aller Branchen Darlehen gewähren und so ein weiteres Übergreifen der Kreise auf die Gesamtwirtschaft eindämmen.

Dem Aktienmarkt half das nicht. Der Dow Jones schloss am Dienstag mit einem Minus von 5,1% bei 9.447 Punkten.

Großbritannien will 8 Großbanken verstaatlichen
Mit einem eigenen Rettungspaket kämpft die britische Regierung gegen die Finanzkrise. Medienberichten zufolge schießt sie 8 führenden Geldhäusern frisches Kapital in Höhe von 50 Mrd. Pfund zu. Dafür übernimmt sie im Gegenzug Aktien der Institute. Insgesamt stellt das britische Finanzministerium dem angeschlagenen Bankensystem des Landes 200 Mrd. Pfund zur Verfügung.

US-Immobilienkrise kostet 1,4 Billionen Dollar
Die US-Immobilienkrise kostete die Finanzbranche nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF weltweit 1,4 Billion Dollar – weitaus mehr als bislang geschätzt. Mit Island steht erstmals ein Staat vor dem Ruin.

Gold gesucht
Viele Anleger flüchten aus den Aktien in das als krisensicher geltende Gold. Am Dienstagabend wurde die Feinunze Gold in London mit 876,75 Dollar gehandelt.

geld-online vom 08.10.2008

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