Wirtschaft International

Rezessionsangst: Börsen brechen ein

An den internationalen Börsen geht es weiter bergab. Die befürchtete weltweite Rezession schickt die Kurse in den Keller.

Die Banken-Rettungspakete konnten die internationalen Märkte nur kurzfristig beruhigen. Nun geht die Angst vor einer weltweiten Rezession als Folge der Finanzmarktkrise um.

Panik im Markt
Die Börsenkurse fielen in den Keller. Der Nikkei-Index fiel im Sog der Wall Street um 11,41% oder 1.089,02 auf 8.458,45 Zähler - so stark wie zuletzt 1987. Das ist der zweithöchste Verlust überhaupt. Der Dow-Jones hatte am Mittwoch mit einem Minus von 7,9% geschlossen, der DAX verlor 6,5%.

Am deutschen Aktienmarkt geht die Talfahrt auch am Donnerstag weiter. Der DAX eröffnet den Handel mit einem Minus von über 5%. Im weiteren Verlauf kann sich das deutsche Börsenbarometer wieder leicht erholen und notiert mit einem Minus von 3,12% bei 4.709,76 Punkten.

Anleger würden Aktien in großen Mengen auf den Markt werfen, heißt es. "Man müsse von Panikverkäufen sprechen".

Finanzmarktkrise greift auf US-Gesamtwirtschaft über
Über die mittelfristigen Konjunkturaussichten äußerte sich US-Notenbankchef Ben Bernanke skeptisch. Es werde selbst bei einer Beruhigung es Finanzsystems länger dauern, bis die Wirtschaft wieder in Fahrt komme, so Bernanke. Ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Risiken sei mit dem 700-Mrd.-Rettungspaket gemacht wurden, "der Weg wird nicht einfach sein".

Bernanke nahm das Wort Rezession nicht in den Mund, bezeichnete aber zuvor die Finanzmarktkrise als große Bedrohung für das Wachstum. Durch eine eingeschränkte Vergabe von Krediten an Firmen, Verbraucher und staatliche Ebenen bremse die Krise die Wirtschaftsleistung, so der Fed-Chef. Schlechte Zahlen des US-Einzelhandels beunruhigten die Investoren zusätzlich.

Ölpreis gesunken
Derweil sank der Preis für Rohöl an den internationalen Handelsplätzen weiter. Wenn die Wirtschaft erlahmt, wird auch die Nachfrage nach Öl nicht mehr so stark sein. An der New Yorker Börse Nymex fiel die Sorte "Light Sweet Crude" aus dem Novemberkontakt auf 74,54 Dollar. Im Juli lag der Preis für ein Barrel noch bei 147 Dollar pro Barrel.

Deutsche Industrie fordert Notprogramm
Deutschlands Industrie und Ökonomen fordern staatliche Hilfe, um die drohende Rezession abzuwenden. So verlangt der BDI Großinvestitionen der Bundesregierung in Straßenbau, Flughäfen oder Kraftwerke. Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Institut spricht sich für staatliche Geldgeschenke an die Bürger zur Ankurbelung der Konjunktur aus. "Jeder Steuerzahler sollte noch in diesem Jahr einen Barscheck von der Regierung erhalten, sagte der Direktor des Instituts, Thomas Straubhaar, dem "Hamburger Abendblatt". So könnten beispielsweise je 100 Euro im November und 100 Euro im Dezember ausgezahlt werden.

geld-online vom 16.10.2008

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